Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Das müsste die Schlupfwespengattung Perithous sein. Der Name soll sich von dem griechischen König Peirithoos ableiten, der böse Kentauren besiegte. Er war aber selbst kein Guter. Nur soviel: Er versuchte Helena zu entführen, später auch gar Persephone aus der Unterwelt, was aber etwas schief ging und er dabei seine Hinterbacken verlor! So sagen es die sagenhaft Mythen. Ehrlich!
Ich bin ratlos, was das mit dem Insekt zu tun haben soll. Haben Sie eine Idee?
Die abgebildete weibliche Schlupfwespe sieht abenteuerlich und bedrohlich aus. Aber sie tut keiner Fliege was zuleide😉. Wohl aber Larven von Grab-, Gold- und Faltenwespen und kleinen Wildbienenarten! Mit dem langen Legestachel legt die Schlupfwespe gezielt ein Ei in die Wirtslarve, oft durch Holz und Pflanzenmaterial hindurch, mitunter auch mit einem lähmenden Gift für das Opfer, damit das ohne Gegenwehr von innen aufgefressen werden kann.
Oh grausame Welt! Wäre das nicht auch Stoff für klassische griechische Tragödien gewesen?
Heute mal mit Verlaub was zum Eichenlaub! Außer auf dem Bild sieht man Eichenblätter überall: auf Wappen von Gemeinden oder Familien, auf alten griechischen Münzen, auf Ehrenmälern, als Leistungsabzeichen im Sport bei der Bundeswehr, auf Gräbern, auf dem Haupt von Zeus und ja, auch auf dem Kopf der Germania! Sie sind Symbol für Treue, Macht, für Standhaftigkeit. Und, weil Eichenlaub so spät abfällt, auch für Unsterblichkeit!
Ich finde dieses Laub a) toll und b) gar unter der Eiche. Nationalisten würden zu dem Baum auch sagen: „Deutsche Eiche“.
Auch Schwärme von Insekten schwärmen von ihr. Bis zu 1000 Arten heißt es könnten in einer Krone gefunden werden.
Einen besonderen Verehrer dieser Baumart will ich noch schnell vorstellen: den Eichelbohrer. Der Käfer wird maximal 8 mm groß. Beim Weibchen ist der Rüssel nochmal so lang wie der Körper. Kurios!
Ich finde den Smaragdspanner spannend. Ihm wird man nur nachts begegnen, vom Licht angezogen. Uns gelang das bei einer Nachfalterführung im Vorjahr. Dazu wurden Lichtfallen mit hohem Blauanteil und ultravioletter Strahlung eingesetzt. Mit Erfolg, auch bei anderen Arten.
Der Begriff Spanner hat nichts mit seiner „Spannweite“ zu tun (bis 34 mm), wohl aber mit „Spanne“. Das ist ein veraltetes Längenmaß und bezeichnet den Abstand von Daumen zum kleine Finger (etwa 20 cm). Misst man auf diese Weise mehrere „Spannen“, wandert nach einer Spanne am besten der Daumen zum kleinen Finger, um dann die nächste Spanne durchzuführen. Falls ich das jetzt vermitteln konnte, dann wissen Sie somit auch, wie sich Spannerraupen fortbewegen.
Die Raupe des Smaragdspanners hat noch was Raffiniertes: Sie bedeckt sich mit kleinen Blattstückchen, sodass es aussieht, als marschiere ein welkes Blatt vorbei! Das habe ich noch nicht beobachtet, fände ich aber „spannend“!
Eines Tags kam ich zur Arbeit und es war nur noch kleine Arbeitskleidung vorhanden. „Gut! Dann geh‘ ich heute mal sehr figurbetont!“ sagte ich mir und zwängte mich in Hemd und Hose. Geschafft! Aber, oh nein, das betonte manches zu sehr! Und Sie müssen mir Folgendes abnehmen: Meine Luftzufuhr war zunehmend abnehmend! Ich versuchte mich zu befreien. „Hoffentlich kommt jetzt kein Kollege in die Umkleide!“ dachte ich verschämt. Und nach einiger Zeit relativer Hilflosigkeit: „Hoffentlich kommt jetzt ein Kollege und hilft mir!“
Wie bekomme ich jetzt die Überweisung zur Blaugrünen Mosaikjungfer hin? Ach so, ja klar: Die hatte auch anstrengende Kleidungswechsel hinter sich. Als Larve hat sie sich in ca. zwei Jahren ungefähr siebzehn mal gehäutet. Und, wie auf dem Bild zu sehen, brachte sie am Ende ihrer Entwicklung unter Mühen ihre Larvenhaut zum Aufplatzen und entfaltete sich zur flugfähigen Libelle. Allein das Herausschlüpfen dauerte bis zu 45 Minuten. Ich kann das nachvollziehen, dauerte es bei mir ja auch lange. Es war „zum aus der Haut fahren“! Mindestens einen Unterschied gab es aber zur Libelle. Ich hatte nicht solche Entfaltungsmöglichkeiten!
Vielen Dank an Gisela Wolff für die Bilder!
Ehrlich gesagt ist mir das Pfennigkraut noch nie aufgefallen. Dabei achte ich sehr auf Geld. Den Namen hat die Pflanze, weil die Blätter Geldstücken ähneln, z. B. Cents bzw. Pfennigen.
Die Pflanze ist häufig, immergrün und ausdauernd. Sie kriecht so vor sich hin, in Schatten und Halbschatten. Mir deucht, sie mag es feucht. Mir düngt, sie verträgt gar Staunässe, aber keine Trockenheit. Man kann sie gar in einem Zuber oder Aquarium halten, das hab‘ ich ausbaldowert. Sie blüht schnieke von Mai bis Juli. Die leuchtend gelben Blüten sind eine Augenweide. Ha, da waren jetzt ein paar schöne alte und seltene Worte! Ich mag das! 🙂
Die Pflanze kann sich an geeigneten Stellen durch Ausläufer zu dichten flachen Bodendeckern entwickeln. Man sollte vermeiden, dass sie sich zu massiv verbreitet, damit Raum bleibt für andere Arten. Fraßfeinde gibt es kaum. Die Blätter schmecken seifig, behaupten Insekten.
Apropos Insekten: An die heimische Wildstaude gehen Bienen und andere Insekten. Es gibt zwar keinen Nektar, aber viel Pollen und Öle. Zwei Wildbienenarten sind gar auf die Staude angewiesen.
Mein Dank an Gisela Wolff für das Bild!