Arbeitskreis Naturnahes Grün

Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

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  • Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
  • Ein Artenschutzprojekt
  • von Bürgern für Bürger

So spät noch am Trinken?

Süße kleine Ackerhummel auf Nektar- und Pollensuche. Eigentlich kehrt sie viel lieber bei der Weißen Taubnessel, bei der Vogel-Wicke, beim Wiesen-Klee oder beim Kriechenden Günsel ein, aber jetzt im Oktober haben manche keinen Ausschank mehr. Die Schwarze Königskerze hat noch geöffnet. Und die kleine Hummel packt sich bei ihr noch zwei eiweißhaltige Pollenpakete ein. “Höschen“ nennen das (nicht nur) die Etomologen.

Die Schwarze Königskerze ist eine Augenweide! So viele filigrane Blüten! Die werden zu Kapseln mit ordentlich viel Samen, bis zu 60 000 pro Pflanze, die vorwiegend der Wind oder ich (oder Sie?) verteilen.

 Meiner Meinung nach nimmt die zwei- oder mehrjährige Staude aber nicht überhand, sucht sich eher da und dort eine Lücke. Samen am besten im Herbst verstreuen, sie sind Lichtkeimer und brauchen Frost. Macht die Pflanze ja auch genau so.

Das bunte Wunder können Sie aber erst im zweiten Jahr erwarten, im ersten Jahr bildet sich nur eine Blattrosette mit dunkelgrünen Blättern. Aber: Das Warten lohnt sich!

Naturschaugartens neue Frisur

Einmal im Jahr im Spätsommer oder Herbst, wenn die Hauptblütezeit vorbei ist, die Tiere Nachwuchs bilden konnten und die Samen der Gräser und Blumen gereift sind, wird ein großer Teil der Wiesen am Naturschaugarten gemäht. Das macht nach unseren Wünschen der Mainzer Wirtschaftsbetrieb, denn diese Flächen  gehören der Stadt und sind auch als Versickerungsflächen für Quellwasser aus Bretzenheim geplant, das derzeit leider versiegt ist. 

Wiesen müssen ab und zu gemäht und abgeräumt werden, um einen Gehölzaufwuchs zu unterbinden und den Artenreichtum in der Wiese zu fördern. Das Mähen schafft wieder gleiche Lichtbedingungen für alle Pflanzen und das Abräumen des Mahdguts entzieht dem Boden Nährstoffe und erhöht so die Chancen für schwächere Arten, die sonst von den Nährstoffprofiteuren bedrängt werden.

gemäht 2026

 

Wir lassen – wie heutzutage im Naturschutz üblich – immer einige Wiesenbereiche ungemäht, damit in diesen „Inseln“ Tiere besser überleben und (insbesondere in den hohlen Stengeln) überwintern können und einige Samenstände zum Aussamen verbleiben.

Wir danken dem Wirtschaftsbetrieb und Christoph Weinrich vom Arbeitskreis, der die Mahd koordiniert hat!

Lauf, Laufkäfer lauf!

Glück und Traurigkeit liegen bei mir nahe beieinander. Gerade noch bin ich glücklich, den Hainlaufkäfer auf der Hand halten zu können, schon werde ich traurig, dass es immer weniger Insekten gibt.

Aber immerhin habe ich einen „Echten“ Laufkäfer in der Hand. Wunderschön schwarz glänzend, etwas violett, etwas rosa. Ich bin happy!

Ich verrate jetzt, weshalb sie dieses Tier auch lieben werden: Es frisst Nacktschnecken, sogar die Spanische Wegschnecke! Mahlzeit!

Der Nützling jagt auch Insekten und Raupen. Und, na ja, gelegentlich gibt es etwas Obst.

Schon bin ich wieder traurig, weil ich den Laufkäfer laufen lassen muss. Vielleicht laufen wir uns ja wieder über den Weg, denn er wird drei Jahre alt!

(Diesen Laufkäfer habe ich im Bergischen Land entdeckt.)

Igitt oder Oho?

Ich schrieb schon Geschichtchen über den Prachtkäfer und die Prachtlibelle. Und jetzt gibt es was zur Prachtwanze. Ist sie nicht auch eine Pracht? Aber oh je! Ihr fehlt ein Bein!

Ich verliere ja auch viel. Aber ein Bein verlieren, das finde ich schrecklich. Das Handicap der Wanze hindert sie aber nicht am rasanten Wegkrabbeln. Schnell ein Foto! Geschafft!

Wenn man gut aussieht, traut man sich auch eher, im Rampenlicht zu stehen. Darum ist die Wanze an sonnigen Waldrändern zu finden. Kleider machen Leute, bzw. hübsche Exoskelette schöne Käfer.

Die Prachtwanze ist übrigens ein Nützling, denn sie verzehrt hauptsächlich Blattläuse, Insekteneier und kleine Larven und reguliert somit Schädlinge auf natürliche Weise. „Natürliche Weise regulierend“ finde ich eine seltsame Bezeichnung für den kleinen schönen Killer. Der davon abgesehen auch gelegentlich etwas Pflanzensaft saugt, vielleicht ja als Digestif. 😀

Tisch im Garten Fr. 2.10.2026

Mit einem herrlich-sonnigen Tag ging unser letzter „Tisch im Garten“ zu Ende. Es war noch schön warm, aber schon überall waren Blattverfärbungen, Früchte und Hagebutten zu sehen.

Wieder mal waren neue Gäste da, z.B. eine Naturgärtnerin, die Gartenführer-Kurse gibt und den Kurs z.T. in unseren Schaugarten abhält. Obendrein zu Gast: ein Eichhörnchen, das sich über uns im Nussbaum Wintervorräte abholte und ein junger Hund eines Gastes, der versuchte, den Garten umzugraben, obwohl das nicht in das Konzept von Naturgärtnern passt, und und und …

Eichhörnchen

Nächstes Jahr gibt es wieder an jedem 1. Freitag im Monat ab April bis Oktober unser „Tisch im Garten“-Programm. Wir freuen uns schon jetzt darauf!