Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Ich wollte was zur Glockenblumen-Schmalbiene schreiben, Wildbiene des Jahres 2026, aber ich habe kein Bild von ihr. Was soll’s! Schreib‘ ich halt was zur Blauschwarzen Holzbiene, Biene des Jahres 2026 in der SCHWEIZ. Warum auch nicht!
Diese große Holzbienenart hat wunderschöne blau-violette Flügel. Über ihr lautes Brummen kann man sich erschrecken, sie ist aber sehr friedfertig. Eine ihrer erstaunlichsten Fähigkeiten ist es, fingerdicke bis zu 30 cm tiefe Gänge in Totholz zu nagen, dort die „Kinderstuben“ für den Nachwuchs einzurichten, die einzelnen, hintereinander liegenden Kammern mit viel nahrhaften Pollen und jeweils einem Ei zu versehen.
Wenn Sie dieser Wildbiene helfen wollen, also jetzt nicht gerade beim Nagen, dann, ja dann gönnen Sie ihr einen Totholzhaufen in Ihrem Garten. Auch andere spannende Insekten werden sich drüber freuen. Und es wäre ein schöner Beitrag gegen das Artensterben. So „easy“ und so wirkungsvoll!
In unserem Schaugarten in Mainz fliegt sie sehr gerne den Blasenstrauch und das Echte Seifenkraut an.
Am 22.03. ist Welttag des Wassers. Warum muss man denn das Wasser ehren? Weil sauberes Wasser ein Menschenrecht ist. Und weil es nicht selbstverständlich vorhanden ist. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben 2 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu Trinkwasser; 703 Millionen können nicht einmal ihre Grundversorgung mit sauberem Wasser decken.
Warum sollten wir aber auch in unseren Breiten gut mit dem Trinkwasser umgehen, dieses nicht verunreinigen und unseren Verbrauch reduzieren? Weil sich auch hier durch hohen Verbrauch und dem Klimawandel die Wasserverfügbarkeit verändert.
Dass Wassersparen gar nicht so schwer ist, sieht man am Schaugarten. Bei uns muss nicht gegossen werden, weil die gezeigten heimischen Pflanzen gut mit Trockenstress zurecht kommen.
Die Nachhaltigkeitsinitiative Bretzenheim macht zum Weltwassertag mit originellen Präsentationen auf das Thema Trinkwasser aufmerksam. Unser Kompliment dazu!

Ich mag sie, auch wenn sie manchmal aufdringlich wird. Um jedes Missverständnis vorzubeugen: Ich meine damit nicht eine weibliche Person, sondern eine Zaunrübe in meinem Garten. Die wuchert mir jedes Jahr quer durch mein Wildpflanzenbeet. Das wird mir dann doch zu viel und ich entferne einige der bis zu 4 m langen Ranken, vorsichtig, mit langen Ärmeln und Handschuhen bewaffnet, denn die Pflanze ist ziemlich giftig. Und die später entstehenden Beeren sind es auch. Also aufgepasst!
An den restlichen geduldeten Trieben entstehen ab etwa April kleine schöne Blüten, von deren Nektar und Pollen sich die Zaunrüben-Sandbiene ernährt. Ausschließlich! Ohne diese Pflanze gibt es auch diese Wildbienenart nicht mehr!
Ich vermute eine sehr große Wurzel in Boden, sie kann mehrere Kilogramm schwer werden. Aber gut, ich komme, abgesehen von ein paar Eingriffen, mit der Giftpflanze klar, freue mich gar über die schönen, aber giftigen Beeren. Die können nur die Vögel unbeschadet genießen, für Menschen können sie tödlich sein. In einem Garten, den Kinder nutzen, sollte die Pflanze besser nicht wachsen. Für die Natur und die Vielfalt ist sie aber wichtig.
Frühling! Der hat für uns immer was fürs Herz. Braucht man ja auch bei all den Nachrichten.
Ich will mal versuchen, Ihnen einen von mir so genannten „Frühstarter“ zu zeigen. Im Original im Schaugarten ist er natürlich viel schöner.
Heute also Start mit dem Frühstarter Kornelkirsche = Herlitze = Gelber Hartriegel = Dürlitze = Hirlnuss, Gängig ist am ehesten Kornelkirsche wegen der tollen Früchte im Herbst.
Aber jetzt schon ist der Großstrauch ein wahrer Hingucker. Und für viele Bienen ein Eldorado! Setzen Sie sich auf unsere große von der Sonne vorgewärmte Steinbank in der Trockenmauer, dann den Blick leicht nach rechts, und … Ach was, der Hingucker ist Ihnen bestimmt schon vorher aufgefallen! Ihnen einen schönen Frühling.
Auf der wwf-Netzseite steht: Am 3. März feiert die Welt den Tag des Artenschutzes. Haben Sie, wie ich, den auch nicht gefeiert? Der Tag ist ja auch nicht bekannt. Und zu feiern gibt es da ja auch nichts. Bei all dem Artenschwund!
Zwei Tage vor diesem „Feiertag“ überraschte uns in einem Tümpel im Rheingau eine riesige Menge an Froschlaich. Was für ein toller Anblick!
Aber leider sieht es für Amphibien nicht gut aus. Von allen gefährdeten Tierarten weltweit sind sie mit 23 % proportional am stärksten betroffen. Sie sind lebende Bioindikatoren, die uns viel über Umwelteinflüsse und das Verschwinden von Lebensräumen verraten.
Wir genießen an diesem Wandertag den abenteuerlichen Anblick, rätseln von welcher Froschart dieser Laich ist (kaum möglich) und würden gerne die Entwicklung zu Fröschen im Zeitraffer verfolgen können. Hoffentlich überleben viele!