Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Seltsam, bei einem Drama so direkt dabei zu sein. Die Wespenspinne lag bestimmt schon lange auf der Lauer. Und dann verfing sich ein Distelfalter unter ihrem Netz. Sollte ich eingreifen, das Netz zerstören, den Falter befreien? Meine ganze ethische und moralische Einstellung half mir nicht wirklich.
Die Spinne näherte sich, der Falter machte zittrige kleine Bewegungen. Gleich würde es passieren. Mit einer Handbewegung scheuchte ich den Schmetterling auf, ohne das Netz zu zerstören. Und der Falter entkam tatsächlich mit viel Mühe aus dem Netz!
Nicht selten gelingt solch eine Flucht, denn Falter verlieren dann Schuppen und kleben so nicht so schnell fest.
Von Spinnen weiß ich, dass sie lange Hungerphasen überstehen. Die Distelfalter haben dagegen viele Anstrengungen vor sich: Sie fliegen im Oktober über die Alpen in wärmere Regionen, um zu überwintern. Viele deutsche Rentner haben sich dieses Verhalten abgeschaut, jedoch mit dem kleinen Unterschied: Sie lassen sich fliegen!
(Das Beinah-Drama spielte sich an einem Schmetterlingspfad in Nordhessen ab).

Pfefferminze ist gesund. Das Menthol der Heil- und Gewürzpflanze wirkt gegen Krämpfe und Entzündungen. Sie soll sogar schmerzstillende Wirkung haben.
Das alles scheint der Himmelblaue Blattkäfer zu wissen. Zusammen mit anderen „Himmelblauen“ hat er dank ordentlicher Zufuhr von Minzeblättern eine hervorragende Prophylaxe betrieben. Und so nebenbei den kleinen Minzebestand des Freundes beständig verkleinert. Das nahm der aber als Naturliebhaber gelassen.
Die Pfefferminze in meinem Garten blieb verschont. Vielleicht haben Meisen fleißig gearbeitet. Würden diese Käfer überhand nehmen, könnte man Seifenlauge versprühen. Dann schmeckt auch die Minze noch interessanter! 😉
Zugegeben: Die Mainzer Naturfreunde sind Wiederholungstäter. Vor ein paar Jahren gab es für sie schon einmal eine Führung. Und da wollte man vermutlich die Eindrücke vom Schaugarten erneuern.
Das scheint geglückt zu sein, denn die Gruppe lauschte unseren Ausführungen und stellte interessierte Fragen. Julia Hellwig, Diplombiologin und Naturgarten-Planerin, machte es zudem leicht, mit ihrer Begeisterung und ihren Fachwissen, keine Erschöpfungszeichen aufkommen zu lassen. Trotz heißer Temperaturen! Dazu mein großes Kompliment und ein herzliches Dankeschön!
Am 3. Juli gab es wieder Gelegenheit, sich beim Tisch im Garten auszutauschen. Oder auch sich einfach mal zurückzulehnen und den Feierabend zu genießen. Irgendwie klappt das in der Natur am besten. Und an Natur gibt es allerhand im Schaugarten.

Fachkundige Unterstützung gab es von der Naturgartenplanerin Julia Hellwig.