Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Ich weiß nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Diese Ehrung! Gartentier der Jahres! Das hätte sich das Eichhörnchen nicht träumen lassen. Sicher das sicher nicht!
Noch gestern hat es mich so fragend angesehen, aus dem Nistkasten auf meiner Veranda. Der Kasten war allerdings für Halbhöhlenbrüter. Das Eichhörnchen zählt sicher nicht dazu.
Lt. Sielmann-Stiftung hat der Preisträger 34% der Stimmen erhalten, deutlich vor der Blaumeise und dem Großen Abendsegler. Ich persönlich halte das Eichhörnchen allerdings für übergriffig. Es pflanzt mir von irgendwo hergeschleppte Nüsse in meinen Garten, verändert dadurch einfach ungefragt mein Pflanzkonzept. Und beobachtet mich von seiner Warte wie ein Spion. Ich meine auch missbilligende Blicke zu ernten, wenn die Marmelade mal ein bisschen dicker auf meinem Frühstücksbrot landet. Vielleicht rufe ich die Stiftung an, ob auf Grund dieser Tatsachen der Preis gerechtfertigt ist.
Ach was, ich lass das, ist ja auch meist ein süßes Kerlchen!
Das Orientalische Zackenschötchen hat es leicht, sich zu vermehren. Mit bis zu 5000 Samen pro Pflanze erobert dieser Neophyt große Flächen für sich und verdrängt seltene einheimische Pflanzenarten.
Schön sehen die gelben Blüten ja aus, leuchten wie Raps. Die Pflanze ist auch nicht giftig, aber sie schafft es, selbst auf artenreichen Flächen einen extremen Artenschwund zu erzeugen.

Dass es auch anders geht, zeigen alljährlich ehrenamtlich Aktive vom BUND und von der Nachhaltigkeitsinitiative Mainz Bretzenheim zur Blütezeit der Zackenschote: Sie entfernen diese Art aus dem Wildgrabental mit Erfolg. Und verfüttern sie an Ziegen, denen das sichtlich schmeckt.
Hat viel Spaß und Sinn gemacht, meinen auch zwei von unserem Arbeitskreis Naturnahes Grün. Na dann auch gerne wieder im nächsten Jahr.
Märchenhaft! Gab es nicht auch ein Märchen dazu: Die Prinzessin auf der Frühlings-Platterbse? Oder ging die Geschichte anders(en)?
Egal! Auf jeden Fall schafft die Pflanze viel Freude beim Betrachter. Und noch mehr bei den Insekten. 62, sage und schreibe zweiundsechzig Wildbienenarten holen sich bei dem Frühblüher Nektar und Pollen.
Nicht leicht ist es, an die Nahrung zu kommen. Das schaffen nur kräftige Insekten. Die Dunkle Erdhummel hilft sich mit einem Trick: Sie knabbert die Blüten seitlich auf! Clever!
Die Pflanze mag es halbschattig, wird bis 40 cm hoch und blüht von April bis Mai. Diese zarte Pflanze ist robust, ihre Wurzeln schaffen es bis 1m in die Tiefe. Und sie ist mehrjährig.
Gleich mal vorab: Ich bin gegen Neophyten (Pflanzen, die nicht aus Mitteleuropa sind und sich oftmals invasiv verbreiten). Der Goldlack war mal ein Neophyt, hat sich aber zum Glück nicht massenhaft verbreitet und somit keine heimischen Pflanzen verdrängt.
Der Goldlack ist ein Archaeophyt, der schon im Mittelalter „eingebürgert“ wurde. Er ist seitdem nicht mehr nur in Bauerngärten zuhause, sondern vereinzelt auch in freier Natur.
Übrigens: Wer diese Blume verschenkt, sagt damit: „Ich sehne mich nach Dir!“ Also gut aufpassen, wem man sie schenkt!
Für Bienen ist sie auch ein Geschenk. 38 Wildbienen mögen ihre Pollen und den Nektar. Auch bei neun Käfern und bei mir ist sie beliebt. Mein Goldlack in meinem Privatgarten hatte viele Jahre gehalten. Nun ist er weg und ich – na ja – sehne mich nach ihm!
Wie würden Sie reagieren, würde man Sie Knoblauchschwindling oder Bitterer Schleimkopf nennen (beides sind Pilze)? Oder Fetthenne oder Ochsenzunge (Pflanzen)? Lauter schlimme Namen!
Stinkender Nieswurz zu heißen, das ist sicher auch nicht einfach. Aber es stimmt schon: Die Blätter riechen etwas unangenehm. Doch die Blüten „duften“!
Früher hatte man die Wurzeln ausgegraben, getrocknet und gemahlen, um Niespulver daraus zu machen. Als Scherzmittel war das Pulver beliebt. Auch versuchte man damit Leute aus einer Ohnmacht zu holen, was manchmal gelang, aber dann zu Vergiftungserscheinungen führen konnte, denn alles an diesem Nieswurz ist giftig. Naja, nicht für alle Spezies. Bienen und Hummeln bietet er Pollen und Nektar.
Dieser Nieswurz ist besonders geschützt. Er darf der Natur nicht entnommen werden. Aber Naturgärtnereien bieten ihn an. Und in Ihrem Garten gepflanzt bekommen Sie Hilfe durch Ameisen. Die pflanzen ihn neu, denn sie verschleppen die Samen. Man sollte sie dafür loben!