Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Heute mal zu einem Glückssymbol: dem Marienkäfer. Bzw. erst mal zum Pilz-Marienkäfer!
Der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer oder Pilz-Marienkäfer und ich haben die gleiche Leidenschaft: Pilzgerichte. Dieser Marienkäfer allerdings mag mehr den pilzigen Mehltau der Pflanzen, von dem er sich ausschließlich ernährt. Das macht den kleinen Käfer zu einem großen Nützling!
(Rotschwarze) Marienkäfer sollen Glück bringen. Man glaubte früher, dass die Jungfrau Maria der Welt diese Käfer geschenkt hat, damit die die Blattläuse fressen. Das ist aber noch nicht abschließend geklärt.
In der Provence glaubt man auch noch etwas, was ich nicht glaube: Säße ein (roter) Marienkäfer auf einem Mann, würde der bald heiraten. Viele werden da bestimmt heimlich das Tier verscheuchen! Ein anderer Aberglaube besagt: Es vergehen für eine Frau bis zur Hochzeit so viele Jahre, wie ein Marienkäfer an Sekunden auf deren Hand bleibt. Allerhand. Liegt aber auf der Hand, finde ich.
Noch mal was zum Glück: Viel Glück Ihnen im neuen Jahr! Und vielleicht ein Marienkäfer, der bei Ihnen landet?
Danke an Gisela Wolff für das Foto!
Tödliche Umarmung
Sie ist eine Schönheit. Finde ich. Und finden muss man sie erstmal. Nördlich des Main ist sie zumindest kaum noch zu finden. Deswegen steht sie auch noch auf der Roten Liste Deutschlands.
Gefunden hat diese ein Freund. Und fotografisch perfekt eingefangen. Lieber Jack Simon, herzlichen Dank, dass ich Dein Bild verwenden darf!
Die bis 8 mm große Südliche Glanz-Krabbenspinne lauert oft tage- bis wochenlang, zumeist auf gelben oder roten Blüten. Auf die Farben steht (sitzt) sie.
Klein und giftig. So jemand kennt jeder. Aber diese Spinne ist es besonders. Sie tötet gar Bienen und Wespen. Warum die sie nicht wahrnehmen ist rätselhaft. Nach einer schnellen Umarmung beißt sie in das Genick und injiziert das Gift. Eine tödliche Umarmung, oh je!
Ich träume ja immer davon, eine unbekannte Insektenart zu entdecken, die dann nach mir benannt würde. Das wär’s doch: So eine Art Unsterblichkeit zu erreichen. Drum durchforste ich gar meine älteren Bilder. Und dann immer wieder diese schrecklichen Enttäuschungen.
Die kleine abgebildete Wildbiene hat leider schon einen Namen, wird nie Karlheinz-Biene heißen. Aber sie ist was Besonderes: Wildbiene des Monats März 2025! Und hat den schönen Namen „Goldglänzende Furchenbiene“! Ich habe sie im Mai 2018 fotografiert. Jawohl. Ich! 2018! Da hatten Sie vermutlich noch nicht einmal einen Fotoapparat!
Auch wenn die nur 8 mm große (bzw. kleine) Biene nie meinen Namen tragen wird, so tröstet mich doch ihr Blick aus ihren grünen Augen. Und ein weiterer Trost: Ich habe sie in unserem Schaugarten auf einer Wildrose fotografiert. Tata!
Falls Sie beim Ansehen des Bildes ein verzücktes „Wow!“ von sich gegeben haben, dann sind Sie dem Namen der Wildpflanze sehr sehr nahe gekommen. Sie heißt nämlich „Wau“!
Außerdem heißt sie auch Reseda, was sich vom Lateinischen ableitet für stillen oder lindern. Das wiederum zeigt, dass Resedaarten auch zu Heilzwecken genutzt wurden.
In Mitteleuropa findet man nur den „Gelben Wau“. Es ist ein- bis mehrjährig, samt sich gut aus, braucht aber einen sonnigen trockenen Standort. Wenn die Sonne scheint, besuchen ihn viele Wildbienen und Hummeln.
Noch etwas Erstaunliches: Der verwandte Färberwau dient(e) hervorragend zum Färben. Die entstandene blaugrüne Farbe war nach dem zweiten Weltkrieg oft ein Grundanstrich für Maschinen. Ein „Wow!“ für den „Wau“!
Vier verschiedene Wanzen? Weit gefehlt! Das ist alles die GLEICHE Wanze, allerdings in unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Das ist wirklich erstaunlich!
Na ja, vielleicht auch nicht, denn wenn ich Bilder von mir über Jahrzehnte hinweg anschaue, dann muss ich mir eingestehen: Ja, doch! Ich kenne Metamorphose! Erwarten Sie aber jetzt keine Bilder von mir!
Apropos Bilder: Drei der Bilder stammen nicht von mir. Ich habe die Bilder nur im Format geändert. Hier die Fotografen: Oben rechts (jüngeres Nymphenstadium) von Hectonichus („Lizenz CC BY-SA 3.0.“), unten rechts (5. Entwicklungsstadium) ebenfalls Hectonichus (Lizenz CC BY-SA 3.0.), unten links (ebenfalls 5. Entwicklungs-stadium) von Slimguy (Lizenz CC BY 4.0).
Oben links ein Foto von mir. Sorry, das ist irreführend! Also ich habe die fertig entwickelte „Nördliche Fruchtwanze“ fotografiert. Bin ich schon stolz drauf, den Käfer nach mehrmaligem Kleidungswechsel erwischt zu haben!